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Fischspeere

Im kleinen See von Oberdorla wurden die Spitzen von ein- oder mehrzinkigen hölzernen Fischspeeren gefunden. Trotz der zeitgleichen Verwendung von eisernen Fischspeeren 

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waren bei den Germanen in der Eisen- und römischen Kaiserzeit auch immer noch die offenichtlich bewährten hölzernen Fischspeere gebräuchlich.

Ein 3 - Zack (Bild) mit geschlossener Tülle aus der vorrömischen Eisenzeit ist von keltischen Fischern verwendet worden.

Lystern (Aalstecher) sind von eisenzeitlichen germanischen Funden aus Norwegen bekannt. So fand sich eine mit ca. 13,5 cm Länge sehr zierliche 3-teilige Lyster in Frengsted (Norwegen).Eine Besonderheit ist hierbei, das bei dieser Lyster sogar noch Teile der damaligen Wicklung zur Fixierung der eisernen Spitzen erhalten sind. Mit Lystern wird vorzugsweise auf schlammigen oder sandigen Grund auf Aal gefischt..

Im Winter war die Aalfischerei mit der Lyster unter dem Eis bereits seit der Mittelsteinzeit eine verbreitete Fangtechnik.Statt den Fisch direkt auf Sicht zu speeren, wird der Aal mit Stichen in den schlammigen Grund"gesucht".Dabei wird der Fisch zwischen den Schalmen eingeklemmt und auf den Mitteldorn aufgestochen. Diese Fangtechnik stellte in früheren Zeiten intakter Aalbestände und sogar noch bis in das 20. Jh. hinein eine wichtige winterliche Erwerbsquelle für Fischer dar. Im 20 Jh. wurde diese Fischereitechnik in Deutschland dann verboten.

Eine richtige 5 zackige Fischgabel fand sich in BØ Nordre in Norwegen. Aus dem germanischen Gebiet südlich der Elbe sind mir bislang vergleichbare archäologische Funde wie die hier im vorliegenden Text aus Norwegen erwähnten bislang nicht bekannt

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Fischkescher.

Mit Keschern werden Fische und andere Wassertiere aus den Netzen oder anderen Fanganlagen gefischt, an der Angelschnur unterfangen, damit sie nicht in letzter Sekunde abfallen oder direkt im Wasser gefangen.

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten der Konstruktion von Keschern.

Bei Keschern ist ein Netz an einen Bügel oder Rahmen aus Holz angeschlagen. Meine rekonstruierten Kescher in meiner eisenzeitlichen Fischereiausrüstung zeigen die beidengebräuchlichsten Möglichkeiten.Entweder wird auf eine gewachsene Astgabel vom Baum ein gelochtes Brett quer aufgesetzt. (Fund aus Niederdorla), oder an eine gewachsene Astgabel wird ein gebogener Holzbügel angebunden, an dem das Netz befestigt wird

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Fischereifahrzeuge

Als Fischereifahrzeugein Mittel und Nordeuropa jenseits der römischen Welt wurden in der Binnenfischerei wohl hauptsächlich Einbäume aus unterschiedlichen Hölzern und variierenden Größen verwendet worden sein. Zumal auch römische Fischer noch Einbäume (Klopeiner See, Österreich) verwendeten. Datiert auf das erste Jh. nach Chr.,  wurden auch Wölbboote (Einbäume mit aufgesetztem Plankengang und Innenspanten) gebraucht.

Auch liegen fragmentarische Funde verplankter kleinerer Boote dieser Zeit vor, die ggf. zum Fischfang geeignet gewesen wären.

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